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Effizientes Test Data Subsetting

UBS Hainer Jul 22, 2026 6 min read

Warum Test Data Subsetting mehr ist als Datenreduktion: konsistente, relevante und datenschutzkonforme Testdaten für schnellere Entwicklungs- und Testzyklen.

Effizientes Test Data Subsetting: Wie zielgerichtete Testdaten moderne Entwicklung beschleunigen

Viele Testumgebungen arbeiten noch mit vollständigen Kopien von Produktionsdaten. Das ist auf den ersten Blick pragmatisch, führt in der Praxis aber oft zu unnötig großen Datenbeständen, langen Bereitstellungszeiten und erhöhtem Aufwand bei Datenschutz, Pflege und Aktualisierung.

Genau hier setzt Test Data Subsetting an: Es reduziert Daten nicht willkürlich, sondern stellt nur die Datensätze zusammen, die für einen konkreten Testfall fachlich und technisch zusammengehören.

Subsetting bedeutet nicht „weniger Qualität“, sondern mehr Fokus: kleinere Datenmengen bei gleichzeitig konsistenten, fachlich verwertbaren Testfällen.
Reproduzierbare Testdaten mit XDM
Kleinere, konsistente Datenausschnitte reduzieren Durchlaufzeiten und vereinfachen Regressionen.

Die eigentliche Herausforderung liegt dabei in den Abhängigkeiten auf Datenbankebene. Geschäftsvorfälle verteilen sich meist über viele Tabellen, Relationen und teils auch über mehrere Systeme hinweg. Wer Daten hier nur isoliert oder tabellenweise verkleinert, riskiert Inkonsistenzen, unvollständige Testfälle und Fehler, die erst im Test oder später im Betrieb sichtbar werden.

Werden zusammengehörige Objekte dagegen fachlich sauber ausgeschnitten, entstehen kleinere, aber weiterhin konsistente und aussagekräftige Testdatenbestände. Für Entwicklung und Qualitätssicherung bedeutet das: schnellere Bereitstellung, gezieltere Tests, weniger Ballast und eine bessere Grundlage, um fachliche Szenarien realistisch abzubilden.

Von der Tabellenkopie zur fachlich zusammenhängenden Datenauswahl

Eine wesentliche Stärke von XDM liegt darin, Daten nicht nur auf Tabellenebene zu betrachten. Mit sogenannten Row-Level-Processing-Tasks lässt sich definieren, von welcher Starttabelle und unter welchen Bedingungen ein Datenausschnitt aufgebaut werden soll, etwa ausgehend von einem Kunden, einem Vertrag oder einem Schadenfall.

Grundlage dafür ist ein Application Model. Darin werden Tabellen und ihre Beziehungen modelliert, bei Bedarf geschieht dies auch über Datenbankgrenzen hinweg. Auf dieser Basis ermittelt XDM ausgehend vom Startpunkt alle relevanten abhängigen Datensätze und stellt die dazugehörigen Zeilen automatisiert zusammen.

Tabellen Beziehungen und Extrakt-Wege.

Data Relation Rules beschreiben, in welcher Beziehung Tabellen zueinander stehen und in welcher Reihenfolge sie verarbeitet werden. Sie orientieren sich häufig an Fremdschlüsseln, sind aber nicht auf tatsächlich in der Datenbank definierte Constraints angewiesen. Dadurch lassen sich auch fachliche oder historisch gewachsene Relationen abbilden, die in vielen Bestandssystemen nicht sauber dokumentiert sind.

Gerade in komplexen Systemlandschaften mit vielen Abhängigkeiten oder zyklischen Beziehungen ist das ein praktischer Vorteil. Statt nur einzelne Tabellenfragmente zu kopieren, entsteht ein konsistenter und fachlich zusammenhängender Datenausschnitt, mit dem Entwicklung und Test deutlich gezielter arbeiten können.

Relevante Testdaten statt unnötiger Datenmenge

Für aussagekräftige Tests reicht Konsistenz allein nicht aus. Entscheidend ist auch, dass die bereitgestellten Daten fachlich relevant sind. XDM steuert das über Regeln und Filter, die direkt in die Extraktion einfließen.

Startbedingungen legen fest, welche Datensätze zunächst ausgewählt werden. Das kann über feste Schlüsselwerte, Stichproben oder frei formulierte SQL-Abfragen geschehen. Reduction Rules begrenzen anschließend die Datenmenge innerhalb einzelner Tabellen, etwa nach Regionen, Produktsparten, Betragsklassen oder Zeiträumen.

So entstehen Datensätze, die deutlich kleiner sind als der Produktionsbestand, aber genau die Konstellationen enthalten, die für Entwicklung, Fehlersuche oder Regressionstests benötigt werden. Das entlastet Teams im Alltag: Statt sich durch große Mengen irrelevanter Daten zu arbeiten, können sie sich auf die fachlich wichtigen Fälle konzentrieren.

Auf einen Blick: Was Subsetting verbessert

  • schnellere Bereitstellung in Testumgebungen
  • geringerer manueller Aufwand bei Datenpflege
  • bessere Reproduzierbarkeit von Testszenarien
  • weniger Risiko durch unnötige personenbezogene Daten

Aktuelle Daten gezielt und reproduzierbar bereitstellen

Gerade in dynamischen Entwicklungsumgebungen spielt auch die Aktualität der Testdaten eine wichtige Rolle. XDM unterstützt deshalb zeitbasierte Selektionslogiken sowohl in Startbedingungen als auch in Reduktionsregeln. Damit lassen sich beispielsweise nur Daten der letzten Wochen oder Monate berücksichtigen oder Stichtagslogiken abbilden.

Zusätzlich können Startbedingungen so definiert werden, dass sie eine bestimmte Anzahl oder einen prozentualen Anteil von Datensätzen auswählen, komplexe fachliche Kriterien per SQL berücksichtigen oder Schlüsselwerte aus externen Dateien übernehmen.

In Verbindung mit wiederverwendbaren Tasks und automatisierten Workflows entsteht so ein Prozess, in dem Testdaten bedarfsgerecht, reproduzierbar und in definierten Intervallen bereitgestellt werden können. Gerade in CI/CD-Pipelines ist das hilfreich, wenn Tests regelmäßig mit aktuellen, aber kontrolliert reduzierten Datenbeständen laufen sollen.

Automatisierung entlastet Betrieb und Entwicklung

Wenn Testdatenbereitstellung regelmäßig manuell angestoßen und nachbearbeitet werden muss, wird sie schnell zum Engpass. XDM ist deshalb auf Automatisierung ausgelegt. Tasks, Workflows, Stage Hooks und eine öffentliche REST-API ermöglichen es, Subsetting-Prozesse in bestehende Entwicklungs- und Testabläufe einzubinden.

Ein integrierter Scheduler kann zeitgesteuerte Ausführungen übernehmen. Ebenso lassen sich externe Scheduler oder CI/CD-Systeme nutzen, um Jobs zu starten, zu parametrisieren und zu überwachen.

Das reduziert manuellen Aufwand und erhöht die Wiederholbarkeit. Ein einmal definierter Subsetting-Task kann in unterschiedlichen Workflows und Szenarien erneut verwendet werden, ohne dass Konfigurationen jedes Mal neu aufgebaut oder angepasst werden müssen. Gerade für Teams, die unter hohem Lieferdruck arbeiten, schafft das mehr Verlässlichkeit im Testprozess.

Datenschutz von Anfang an mitdenken

Neben Datenmenge und Verfügbarkeit bleibt der Schutz sensibler Informationen eine zentrale Anforderung. In vielen Organisationen ist genau das einer der schwierigsten Punkte bei der Nutzung produktionsnaher Testdaten. XDM behandelt Datenschutz daher nicht als nachgelagerten Schritt, sondern integriert Maskierung und Anonymisierung direkt in den Extraktionsprozess.

Modifikationsregeln und -methoden, gebündelt in sogenannten Modification Sets, lassen sich an Application Models und deren Versionen binden. Dadurch kann sichergestellt werden, dass definierte Datenschutzvorgaben in allen darauf basierenden Tasks konsistent angewendet werden.

Werden Modifikationen bereits an der Quelle ausgeführt, verlassen sensible Inhalte das Quellsystem nur in verfremdeter Form. Lookup-Tabellen, deterministische Hash-Verfahren und vordefinierte Methoden für Namen, Adressen oder Bankdaten helfen dabei, fachlich nutzbare und zugleich datenschutzkonforme Testdaten bereitzustellen. In Verbindung mit einem PII Finder zur Identifikation potenziell personenbezogener Spalten lässt sich die Maskierung strukturiert aufsetzen und an regulatorischen Anforderungen ausrichten.

Systemübergreifende Datenlandschaften beherrschbar machen

In vielen Unternehmen liegen relevante Testdaten nicht in einem einzigen System, sondern verteilt über gewachsene Plattformen, Datenbanken und Anwendungsgrenzen hinweg. Genau dort stoßen einfache Kopieransätze oft an ihre Grenzen.

XDM bringt hier eine Stärke aus seinem ursprünglichen Einsatzfeld mit: der kontrollierten Bewegung und Aufbereitung von Daten zwischen unterschiedlichen Datenbanksystemen. Unterstützt werden unter anderem Db2 for z/OS, Db2 LUW, Db2 for i, IMS, Oracle Database, Microsoft SQL Server und PostgreSQL. Weitere Systeme lassen sich über JDBC anbinden.

Relationen können auch über unterschiedliche Datenbanken und DBMS hinweg modelliert werden. Dadurch lassen sich fachlich zusammenhängende Datenausschnitte systemübergreifend extrahieren und konsistent bereitstellen. Für Unternehmen mit Legacy-Anteilen, hybriden Architekturen oder schrittweiser Cloud-Transformation ist das besonders relevant, weil sich Testdatenprozesse nicht auf einzelne Plattformen beschränken müssen.

Fachliche Sicht statt rein technischer Komplexität

Ein weiterer praktischer Aspekt ist die Möglichkeit, neben technischen Modellen auch Fachdomänen abzubilden. Domain Models beschreiben zentrale Geschäftsobjekte wie Kunden, Verträge oder Policen und ordnen diese den zugrunde liegenden Tabellenstrukturen zu.

Für Anwenderinnen und Anwender bedeutet das eine deutlich zugänglichere Arbeitsweise. Im Data Shop oder in Workflows kann mit vertrauten fachlichen Begriffen gearbeitet werden, statt mit rein technischen Tabellen- und Spaltennamen. Selektionskriterien orientieren sich dann etwa an Vertragsnummern, Kundenkennungen oder Produktbereichen.

Das hilft nicht nur technischen Teams, sondern erleichtert auch die Zusammenarbeit mit Fachtestern und angrenzenden Bereichen. Technische Komplexität verschwindet damit nicht, wird aber deutlich besser beherrschbar.

Wiederverwendbarkeit schafft Konsistenz

Testdatenprozesse werden nachhaltiger, wenn Wissen und Konfigurationen nicht in Einzellösungen oder bei einzelnen Personen hängen bleiben. XDM ist deshalb so ausgelegt, dass Application Models, Data Relation Rules, Maskierungsdefinitionen, Environments, Workflows und Tasks zentral verwaltet und teamübergreifend wiederverwendet werden können.

Ein objektbasiertes Berechtigungskonzept unterstützt dabei, Verantwortlichkeiten sauber zu trennen und sensible technische Details nur dort sichtbar zu machen, wo sie tatsächlich benötigt werden.

Zusätzlich lassen sich Konfigurationen als Code in Git verwalten. Das schafft eine Grundlage für Versionierung, Reviews und kontrollierte Übergaben zwischen Entwicklungs-, Test- und Produktionsinstanzen der TDM-Plattform. Mit der Zeit entsteht so ein belastbarer Konfigurationsbestand, auf den neue Projekte aufbauen können, statt ihre Testdatenlogik immer wieder neu zu definieren.

Wenn fachliche Auswahl, Automatisierung und Maskierung zusammenspielen, wird Testdatenbereitstellung zu einem stabilen, wiederholbaren Prozess statt zu einem wiederkehrenden Engpass.

Fazit: Weniger Daten, mehr Fokus im Test

Test Data Subsetting ist weit mehr als nur die Verkleinerung von Datenbeständen. Richtig umgesetzt, hilft es dabei, Testprozesse gezielter, datenschutzkonformer und besser automatisierbar zu gestalten. Für IT-Teams bedeutet das vor allem mehr Kontrolle über Relevanz, Qualität und Bereitstellung von Testdaten.

XDM ordnet sich in diesem Zusammenhang als Plattform ein, die technische Beziehungen, fachliche Anforderungen, Automatisierung und Datenschutz zusammenführt. Statt mit statischen Vollkopien zu arbeiten, können Unternehmen Testdaten gezielter und reproduzierbarer bereitstellen. Sie dienen somit als Baustein für stabilere Tests und besser beherrschbare Entwicklungsprozesse.

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